Krebsforum Lazarus

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Radiologia & Salud @RX_SALUD 27.4.2017



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Mäuse haben es leichter ... :-)

Autor Thema: *** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***  (Gelesen 8654 mal)

downhill

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*** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***
« Antwort #15 am: 11. August 2012, 08:05:02 »

HA! HA! Das amüsiert mich! So viel Gelegenheit zu7m LAchem hatte ich seit Monaten nicht!
Danke für diese unterhaltsamen Ergüsse!
Carina
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*** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***
« Antwort #16 am: 11. August 2012, 13:10:51 »

downhill schrieb:

>HA! HA! Das amüsiert mich! So viel Gelegenheit zu7m LAchem hatte ich seit Monaten nicht!
>Danke für diese unterhaltsamen Ergüsse!

Gelegenheit zum Lachen? Ich weiß nicht, was es da zu lachen gibt. Das kleine Mädchen ist tot. Was machen die Impfgegner? Sie werfen den Eltern vor, von der Pharmaindustrie bezahlt zu sein. Etwas so abartiges wie Meryl Dorey, Judy Wilyman und Liz Hempel erlebt man in Australien jeden Tag...

http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=7551.0

Nein, das ist bestimmt nichts zum Lachen. Krebs ist auch nichts zum Lachen. Es ist alles sehr, sehr traurig.

R.I.P. Mary Travers
http://www.youtube.com/watch?v=sA5XzJG0rB0
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Würde ich von Licht leben,
müßte ich grün sein.

downhill

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*** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***
« Antwort #17 am: 12. August 2012, 09:49:15 »

Es tut mir sehr leid!!! Ich habe den Beitrag nicht gelesen nur einige Meinungen dazu. Des gleichen zu anderen Themen und da fand ich so viele amüsante Sachen, so dass ich über den Humor der Leute lachen musste, was mir ehrlich gesagt so gut tat. Bitte, ich wollte niemanden verletzen und habe es nicht gemerkt! Mein Mann starb vor kurzem. Er saß 42 J. im Rollstuhl. Halswirbel gebrochen nach Fahrradunfall. 32J. waren wir verheiratet und ich habe ihn alleine gepflegt. Ich habe so viel Not, Elend, Streit und Ärger mit Ärzten und Ämtern erle. DARUMbt- ich leide seitdem unter Depressionen, Angststörungen und nun, als ob es nicht genug wäre, habe ich Mammaca. DARUM war es so wichtig dass ich mich wieder freue! Gruß Karina
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Khan

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*** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***
« Antwort #18 am: 12. August 2012, 12:05:58 »

Hallo, Karina,

wir sind sehr vorsichtig, weil immer wieder sehr seltsame Kreaturen in das Forum einfallen. Da erlebt man die unglaublichsten Dinge, von durchgeknallte Spammern, Reklame-Idioten, die in Foren von Krebskranken den Anwesenden ihren Dreck andrehen wollen, bis zu "Ärzten", die über Leichen gehen.

Darum ist manchmal ein Wort schon Grund, die Ohren zu spitzen und in Alarmbereitschaft zu sein. Bei Dir war es das Wort "Ergüsse". Das ist ein negatives Wort und wird meist benutzt, wenn man das, was jemand sagt, als Unsinn abwerten will.

Aber vielleicht sind es die Dinge, die an Dir ihre Spuren hinterlassen haben, die auch ein unpassendes Wort hinterlassen, das Du so gar nicht sagen  wolltest? Wie auch immer, das Leben ist hart, und Deines sieht besonders hart aus.

Wenn man unter weit über die Grenzen der Erträglichen hinaus unter Druck gesetzt wird, wenn man Tag für Tag um sein bißchen Leben kämpfen muß, ist es manchmal nur eine Blume oder ein Käfer, deren Anblick all das Elend um Einen herum vergessen läßt. Darum sammeln wir diese schönen Dinge. Mögen sie helfen, auch wenn es nur für eine Sekunde ist. Eine Sekunde, eine einzige Sekunde, und doch ist sie Medizin...

Diese Bilder sind, hoffe ich, mehr als nur eine Sekunde Erholung:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2182470/Orphaned-kangaroo-wombat-inseparable-friends-share-pouch.html

Einen schönen Sonntag Euch Allen!

Khan
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Khan

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*** " Spiel´ mir das Lied vom Tod " ***
« Antwort #19 am: 25. März 2013, 23:17:03 »

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Krebs
Das Geschäft mit der Hoffnung

Ein Beitrag von: Gürkov, Claudia
Stand: 22.03.2013
 

 Der Boden unter den Füßen... Krebspatienten und ihre Angehörigen haben sehr häufig das Gefühl, diesen Boden zu verlieren. Wer will schon sterben? Aber was passiert, wenn derart Verzweifelte auf ein Angebot treffen, das neue Hoffnng machtKrebs
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Der Radio-Clip:
http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/krebs-geschaeft-hoffnung-100.html?time=116.121
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Glückspilz

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Amygdalin – fehlende Wirksamkeit und schädliche Nebenwirkungen
« Antwort #20 am: 19. Dezember 2014, 22:40:33 »

Zum Amygdalin bzw den Aprikosenkernen gibt es eine neue Stellungnahme des BfArM vom September 2014.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Aussagen nicht so verdammt schwammig wären!



http://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Bulletin/2014/3-2014.pdf?__blob=publicationFile&v=3

[*QUOTE*]
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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI, Langen)
Beide Institute sind Bundesoberbehörden im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
[...]

BULLETIN ZUR
ARZNEIMITTELSICHERHEIT
Informationen aus BfArM und PEI
INHALT Ausgabe 3 | September 2014


Seite 07

// Amygdalin – fehlende Wirksamkeit und schädliche Nebenwirkungen //
N. LILIENTHAL
(BfArM)

Amygdalin-haltige (beziehungsweise seine Derivate Mandelonitril, Mandelonitril-Glykoside oder Laetrile enthaltende) Arzneimittel sind in Deutschland nicht zugelassen und nach § 5 Abs. 2 AMG nach Ansicht des BfArM als bedenklich einzustufen. Sie werden dennoch seit einiger Zeit wieder verstärkt – auch unter der falschen Bezeichnung „Vitamin B17“ – als alternatives Heilmittel in der Krebstherapie und zur Tumorprophylaxe beworben und eingesetzt. Dieser Artikel gibt eine Übersicht über den aktuellen wissenschaftlichen Stand und die regulatorischen Hintergründe zum Wirkstoff Amygdalin.

HERSTELLUNG UND WIRKMECHANISMUS

Bei Amygdalin handelt es sich um eine natürlich vorkommende Substanz, die unter anderem in bitteren Aprikosen-, Pfirsich-, Pflaumen- und Mandelkernen sowie in Samen von weiteren Steinfrüchten enthalten ist. Bittere Aprikosenkerne – genau wie Bittermandelkerne – enthalten bis zu acht Prozent Amygdalin. Aus diesen Kernen isolierte Ernst Krebs Jr. in den 1950er Jahren die Substanz. Der Wirkstoff wird durch Extraktion und Aufreinigung aus den Kernen gewonnen und anschließend zum Verkauf angeboten. Nicht immer verläuft dieses Verfahren reibungslos, sodass in der Vergangenheit auch mikrobiologisch kontaminierte Amygdalin-Präparationen im Umlauf waren. 1

Amygdalin gehört zur Gruppe der cyanogenen Glykoside. In Gegenwart von Wasser und dem Enzym β-Glucosidase wird aus Amygdalin Blausäure (Cyanwasserstoff; Salz: Cyanid) freigesetzt. Zur besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf des Artikels nur die Bezeichnung Cyanid verwendet. Das entstehende Cyanid hemmt effektiv die Cytochrom-c-Oxidoreduktase (Komplex IV) der Atmungskette. Die Energiegewinnung der Zelle versagt und eine „innere Erstickung“ ist die Folge. Kerne der oben genannten Früchte enthalten neben Amygdalin auch β-Glucosidase, daher ist dringend vom Verzehr von Aprikosenkernen abzuraten. Geringe Mengen können zwar durch Stoffwechselvorgänge entgiftet werden, allerdings kann bereits der Verzehr von mehr als zwei bitteren Aprikosenkernen laut einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahre 2007 gesundheitsbedenklich sein. Kinder sollten ganz auf den Verzehr verzichten. 2

WIRKUNGSWEISE AUS SICHT DER ALTERNATIVMEDIZIN

Von den Befürwortern der Amygdalin-Therapie werden verschiedene Theorien für eine selektive Wirkungsweise von Amygdalin in der Tumortherapie postuliert, nach denen ausschließlich Krebszellen geschädigt werden. Eine These beschäftigt sich mit dem Ungleichgewicht der Enzyme β-Glucosidase, β-Glucuronidase und Rhodanase in Tumorzellen gegenüber gesunden Zellen. Wie erwähnt, wird in Gegenwart von Wasser und dem Enzym β-Glucosidase aus Amygdalin toxisches Cyanid abgespalten. Ob diese Abspaltung im menschlichen Körper auch durch das Enzym β-Glucuronidase erfolgen kann, ist umstritten. Gesichert ist hingegen, dass Cyanid durch Rhodanase in das weniger giftige Thiocyanat umgewandelt wird. Therapiebefürworter begründen die „selektive“ Wirkung von Amygdalin mit angeblich deutlich höheren β-Glucosidase-, β-Glucuronidase- und/oder deutlich niedrigeren Rhodanase-Spiegeln in Krebszellen (Zusammenfassung und Literatur in PDQ 3 ). Diese These wurde bereits in den 1980er Jahren durch Messungen des β-Glucosidase-, β-Glucuronidase- und Rhodanase-Gehaltes in

Seite 08

gesundem und Tumorgewebe widerlegt. 4–6 Die Konzentrationen dieser Enzyme unterscheiden sich nicht in relevantem Maße zwischen gesunden Zellen und Tumorzellen. Dies deckt sich auch mit Ergebnissen aus Studien des Natio­nal Cancer Institute (NCI) in den USA. 7 In diesen Studien wurde Amygdalin allein und in Kombination mit β-Glucosidase in Mäuse mit verschiedenen Tumoren gespritzt. Die Behandlung zeigte keinerlei Wirkung auf den Tumor, allerdings eine erhöhte Rate an Nebenwirkungen, wenn β-Glucosidase zusammen mit Amygdalin injiziert wurde.

Eine weitere Theorie definiert Krebs als „metabolische Erkrankung“, basierend auf Vitaminmangel. Amygdalin, als sogenanntes „Vitamin B17“ bezeichnet, wird in dieser Theorie als das wichtige fehlende Vitamin postuliert. Oftmals wird die Therapie auch mit hochdosierten Vitamin-C-Infusionen „begleitet“. Da Amygdalin für einen normalen Metabolismus des Menschen nicht notwendig ist, trifft die Bezeichnung von Amygdalin als „Vitamin B17“ nicht zu und ist irreführend. 8, 9

Dessen ungeachtet wird Amygdalin seit den 1970er Jahren von seinen Verfechtern als Vitaminpräparat propagiert. Nachdem dieser Wirkstoff zu dieser Zeit in den USA keine Zulassung als Arzneimittel erhalten hatte und seine Anwendung in der Krebstherapie somit verboten war, wurde er mehrere Jahrzehnte nach seiner Entdeckung zum Vitamin erklärt. In der Folgezeit wurde Amygdalin unter dem Namen „Vitamin B17“ als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben und fand so ohne Zulassung unter dem Deckmantel der freien Selbstbestimmung der Patienten weiterhin Anwendung als Krebstherapeutikum. 10, 11

Dies führte dazu, dass die Verwendung von Amygdalin in den USA, u.a. aufgrund eines Gerichtsurteils in Oklahoma am 24. März 1987, vollständig unterbunden wurde. 12

KEINE KLINISCHEN BELEGE FÜR WIRKSAMKEIT VON AMYGDALIN IN DER KREBSTHERAPIE

Nach aktuellem wissenschaftlichem Erkenntnisstand ist die Wirksamkeit von Amygdalin in der Krebstherapie nicht belegt. Kürzlich schrieb der stern, auf Grundlage von bisher unveröffentlichten Ergebnissen einer Frankfurter Forschergruppe, in einer Randnotiz von „neusten Forschungen“, die eine „Anti-Krebs-Wirkung – zumindest im Zellexperiment“ zeigen. 13 Die klinische Relevanz der in diesem Beitrag angeführten Zellexperimente (in vitro) ist allerdings sehr begrenzt. Tausende Stoffe haben bisher in vitro Toxizität gegen Krebszellen gezeigt, waren aber später beim Patienten wegen fehlender Wirkung oder zu hoher Toxizität nicht anwendbar. Zudem wurden auch in der Vergangenheit bereits einige Studien zumeist aus dem asiatischen Raum publiziert, die in vitro eine Toxizität von Amygdalin gegen Krebszellen gezeigt hatten, eine davon berichtete sogar über Wirkung in einem Tumormausmodell. 14
Demgegenüber stehen wiederum verschiedene Untersuchungen, die das Gegenteil zeigten. 15–17

Diese präklinischen Studien können den Goldstandard für die Ermittlung der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit einer Substanz beim Menschen, die klinische Prüfung beim Menschen, nicht ersetzen.

Als Beweis für die Wirksamkeit von Amygdalin gelten in der Alternativmedizin weiterhin eine Vielzahl von Anekdoten, aber auch einige dokumentierte Berichte über Einzelfälle und Fallserien mit therapeutischen Erfolgen einer Amygdalin-Therapie von Krebspatienten. Problematisch ist, dass sich diese Fälle fast ausnahmslos nicht verifizieren lassen oder methodisch fragwürdig sind. 18

Eine umfassende Analyse derartiger Einzelfälle und Fallserien wurde in den 1970er Jahren durch die amerikanische Arzneimittelbehörde Federal Drug Administration (FDA) durchgeführt. In einem landesweiten Aufruf wurden über 450.000 Ärzte und Heilpraktiker aufgefordert, Einzelfälle zum Nachweis der Wirksamkeit von Amygdalin einzureichen. Obwohl bereits zu dieser Zeit von Verfechtern der Amygdalin-Therapie von Behandlungserfolgen bei „Tausenden von Patienten“ gesprochen wurde, gingen nur 93 Einzelfälle zur Beurteilung ein, die von Behandlungserfolgen in der Krebstherapie sprachen. Die verblindete Analyse dieser Fälle erbrachte nach Ansicht des beteiligten Expertengremiums keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit. Dem-09 gegenüber standen – obwohl nicht nachgefragt – Berichte von 220 Ärzten mit Daten von über 1.000 Patienten, die Amygdalin erhalten hatten, ohne eine Wirkung oder positiven Nutzen beobachtet zu haben. 19

Die Zulassung von Amygdalin in den USA scheiterte in der Folge mehrfach an nicht erbrachten Wirksamkeitsnachweisen. Den wissenschaftlichen Schlusspunkt unter die Debatte um die behauptete Wirksamkeit in der Krebstherapie setzte 1982 eine vom National Cancer Institute (NCI) und FDA gesponserte Phase-II-Studie, die zu dem eindeutigen Schluss kam, dass Amygdalin unwirksam in der Krebstherapie und mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen behaftet sei. 20

Problematisch ist weiterhin, dass in der Alternativmedizin vielfach der Ansatz vertreten wird, dass sich Amygdalin nicht mit konventionellen Therapien der Schulmedizin vertragen würde. Der Verzicht potenziell lebensrettender Therapien ist die Folge. Dramatisch sind in diesem Zusammenhang mehrere  dokumentierte Fälle von krebskranken Kindern mit guten Heilungschancen, bei denen die Eltern die Standardchemotherapie zugunsten von Amygdalin ablehnten. Die Krankheit schritt fort und die Kinder starben. 21, 22

Auch der häufig beworbene Nutzen der präventiven Einnahme von Amygdalin zur Vorbeugung von Krebserkrankungen konnte nicht belegt werden. 23 In verschiedensten Experimenten wurden Mäusen mit Neigung zu Krebserkrankungen große Mengen Amygdalin injiziert. Diese Tiere entwickelten genauso häufig Tumore wie unbehandelte Tiere. 15

Tabelle 1: Behandlungsschemata Amygdalin in der Studie von Moertel et al. (1982) 20
(Formatierung zerstört => unbedingt das Original ansehen!)

Substanz
Standarddosis Hochdosis
intravenöser Zyklus 4,5 g/m 2 KOF/Tag für 21
Tage 7 g /m 2 KOF/Tag für 21
Tage
orale Erhaltungstherapie 3 x 0,5 g/Tag 4x 0,5 g/Tag
A 25.000 U/Tag 100.000 U/Tag
C 2 g/Tag 10 g/Tag
E 400 U/Tag 1.200 U/Tag
1 Kapsel/Tag 1 Kapsel/Tag
12 Tabletten/Tag 12 Tabletten/Tag
Amygdalin
Vitamine
B Komplexe & Mineralien
pankreatische Enzyme (Viokase ® )

Ausgabe 3 | September 2014
// ARZNEIMITTEL IM BLICK //

Seite 10

TOXIZITÄT VON AMYGDALIN

Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen steht außer Zweifel, dass Amygdalin-enthaltende, auch in ausreichender pharmazeutischer Qualität hergestellte Zubereitungen toxisch wirken können. Diese Toxizität lässt sich insbesondere anhand der Studie von Moertel et al. nachweisen. 20 In dieser 1980 durchgeführten Studie wurden 178 Krebspatienten gemäß den publizierten Vorgaben von Krebs Jr. mit
Amygdalin behandelt. Bereits eineinhalb Jahre später waren 152 Patienten verstorben. Die Patienten waren zwei Therapiegruppen zugeteilt worden (Tabelle 1, Seite 9), die gängigen Behandlungsschemata der Amygdalin-Therapie entsprachen.

Nach der oralen Einnahme der empfohlenen Dosis Amygdalin wurden die Blutcyanidwerte der Patienten verfolgt und nachgewiesen, dass diese nach Einnahme von Amygdalin anstiegen (Mittelwert: 0,7 μg/ml). Es traten Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auf und vier Patienten erlitten eine Dermatitis. Einen weiteren Hinweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen der oralen Einnahme des Amygdalins und den oben beschriebenen Symptomen zeigt das umgehende Abklingen der Symptome nach Absetzen der Therapie. Bei fünf Patienten wurden Werte erreicht, für die bereits Todesfälle durch Cyanidvergiftungen beschrieben waren (>3 μg/ml). Bei drei dieser fünf Patienten traten zusätzliche Symptome einer Cyanidintoxikation wie Bewusstseinsstörungen, Tachykardie und Luftnot auf, bei einem Patienten kam es daraufhin zum dauerhaften Therapieabbruch. Es zeigte sich deutlich, dass die Verträglichkeit von Amygdalin/Cyanid sehr unterschiedlich sein kann. Obwohl die Patienten einer Behandlungsgruppe der Studie dieselbe Menge Amygdalin zu sich nahmen, wurden bei einigen Patienten nur leicht erhöhte, jedoch bei anderen potenziell lebensgefährliche Blutcyanidkonzentrationen gemessen. Zusätzlich blieben einige Amygdalin-Konsumenten trotz hoher Blutcyanidkonzentrationen symptomfrei, wohingegen andere bei recht niedrigen Amygdalin-Dosen bereits Nebenwirkungen zeigten.

 In der Literatur sind zudem schleichende Cyanidvergiftungen von Menschen, die über Jahre Aprikosenkerne gekaut oder Amygdalin zu sich genommen hatten, ebenso wie schwerwiegende Nebenwirkungen und Todesfälle bei relativ geringen Dosen von Amygdalin dokumentiert (Tabelle 2).

Die oben genannten Beispiele zeigen, dass bei oraler Einnahme von Amygdalin mit teils gravierenden Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Im Gegensatz zur oralen Gabe von Amygdalin kann anhand der vorliegenden Literatur ein Zusammenhang von intravenös (parenteral) verabreichtem Amygdalin mit Toxizität oder erhöhten Blutcyanidwerten nicht sicher nachgewiesen werden. Eine LD 50 nach i.v.-Applikation bei Ratten oder Mäusen ist nach Kenntnis des Autors nicht dokumentiert. In einer Studie an sechs gesunden Probanden gab es nach der parenteralen Applikation von 4,5 g / m2/Tag (ca. 7,5 g/Person/Tag) Amygdalin über 21 Tage keine Anzeichen von klinischen Symptomen. Erhöhte Blutcyanidspiegel wurden nicht gemessen. 41
Über Langzeiteffekte und weitere mögliche Nebenwirkungen lässt sich anhand der Studienlage keine Aussage treffen.

Es ist zu beachten, dass die oben genannten Studien und Experimente mit reinem Amygdalin durchgeführt wurden. Eine Kontamination der Amygdalinpräparationen mit β-Glucosidasen, wie z.B. häufig in Präparationen aus Aprikosenkernen zu finden, kann die Hydrolyse des Amygdalins deutlich steigern und gegebenenfalls die Toxizität erheblich erhöhen. Im Falle einer solchen Verunreinigung kann auch nach parenteraler Applikation eine Cyanidintoxikation nicht ausgeschlossen werden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Ausmaß der Toxizität einer Amygdalin-Therapie auf den einzelnen Patienten nicht vorhersagbar ist. Aufgrund des beschriebenen Risikoprofils und dem nach jahrzehntelangem Gebrauch fehlenden Wirksamkeitsnachweis kommen auch neuere Reviews zu dem Schluss, dass Amygdalin in der Krebstherapie nicht zu empfehlen sei. 42, 43

Seite 11

Tabelle 2: Dokumentierte Nebenwirkungen von Amygdalin
(Formatierung zerstört => unbedingt das Original ansehen!)

Umstände der Ein-
nahme/Indikation Ge-
schlecht Alter Dosis Amygdalin/Applikati-
onsweg, Begleittherapie Dauer Humbert (1977) 24 versehentliche
Einnahme weiblich 11 M 2,5 g oral einmalig Erbrechen, Koma, Azidose, Cyanid-
vergiftung, Tod 2,9 μg/ml
Smith (1977) 25 malignes Lymphom weiblich 48 J 6 mg intravenös wöchentlich/
1,5 g oral täglich 2 Monate Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-
schmerzen, schwere abdominale
Krämpfe, Hepatosplenomegalie 10 μg/ml
Smith (1977) 25 Lungen- und Gehirn-
tumor männlich 46 J 0,5 g oral täglich 6 Monate neuromuskuläre Schwäche n.a.
Sadoff (1978) 26 Astrozytom weiblich 17 J 10,5 g oral 1 Tag Kopfschmerzen, Schwindel, Kollaps,
Krämpfe, Koma, Tod n.a.
Ortega (1978) 27 Nierenkarzinom männlich 2 J 3,5 mg rektal täglich 2 Tage Erbrechen, Durchfall Maxwell (1978) 28 Sarkom männlich 69 J oral 1 Jahr Schwäche, Benommenheit, Herzrasen,
Kopfschmerzen Herbert (1979) 29 Brustkrebs weiblich 42 J 1 g oral täglich; zerstoßene
Aprikosenkerne n. a. Cyanidvergiftung, Tod Horwitz (1979) 21 akute lymphatische
Leukämie männlich 2 J rektal; Vitamin C, Enzyme,
Folsäure n. a. Cyanidvergiftung Morse (1979) 30 Lungenkrebs weiblich 48 J intravenös, intramuskulär, oral,
rektal 9 Tage Kopfschmerzen, Schwindel, Lethargie,
Luftnot 1,16 μg/ml
Liegner (1981) 31 Pankreaskarzinom weiblich 61 J 1 g oral täglich 5 Jahre Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit,
Agranulozytose n.a.
Vogel (1981) 32 Brustkrebs weiblich 57 J oral Moss (1981) 33 Selbstmordversuch weiblich 32 J 9 g oral Lee (1982) 34 Selbstmordversuch männlich 18 J 3 g oral; diverse Vitamine,
Mineralien, Enyzme etc. n. a. pulmonares Ödem, Hepatosplenomegalie,
Koma, schwere metabolische Azidose Kalynaram
(1983) 35 Lymphom weiblich 67 J 1,5 g oral täglich n. a. Neuromyopathie Beamer (1983) 36 Karzinom männlich 22 J 6–9 g oral 1 Tag schwere metabolische Azidose,
Krämpfe, komatöser Zustand, Muskel-
steifigkeit Leor (1986) 37 Hepatom weiblich 65 J 9 g oral 2 Tage Koma, Hypotension, Azidose 0,23 μg/ml
Hall (1986) 38 n.a. männlich 4 J 6 g oral einmalig Krämpfe, Atemnot, akute Cyanid-
vergiftung 16,3 μg/ml
WHO-DB (2001) n.a. weiblich 8 J 100 ml intravesikal einmalig Erbrechen, Hämaturie n.a.
1 Tag Krämpfe, schwere Laktatazidose,
reduzierter Glasgow Coma Scale
(Bewusstseinsstörung) n.a.
n.a.*
Quelle
Bromley (2005) 39
O ́Brien (2005)
40
Krebs
Brustkrebs
weiblich
weiblich
68 J
3 g; Vitamin C
n. a.
einmalig
Nebenwirkung
max. Blutcyanid-
konzentration
2,14 μg/ml
6 μg/ml
3,8 μg/ml
n.a.
komatöser Zustand, Tod 2,18 μg/ml
metabolische Azidose, Hypoxie 3,85 μg/ml
n.a.
1,92 μg/ml
n.a.
32 J oral 1 Tag schwere metabolische Azidose,
verminderter Bewusstseinsstatus,
kardiorespiratorischer Arrest,
nephrogener Diabetes insipidus n. a. Synkope, schwere Akanthozytose,
hämolytische Anämie n.a.
neutropenische Sepsis innerhalb von
30 min nach Amygdalin-Verabreichung n.a.
verminderter Bewusstseinsstatus,
flache Atmung n.a.
Eudravigilance-
DB (2008) Brustkrebs weiblich 44 J N / A; Perflurocarbon, Hochdosis
Vitamin C, Vitamin K,
extrakorporale Bestrahlung des
Blutes mit Ozon und UV Eudravigilance-
DB (2009) Brustkrebs weiblich 43 J intravenös; Trastuzumab einmalig
Eudravigilance-
DB (2011) Tumorprophylaxe weiblich 50 J 0,5 g oral; Rosuvastatin n. a.
n.a.: nicht angegeben
DB: Datenbank
* Konzentration des Cyanidabbauprodukts Thiocyanat: 445 μM /

Seite 12

REFERENZEN DIE DERZEITIGE RECHTSLAGE IN DEUTSCHLAND

1. Davignon JP et al.: Pharma-
ceutical assessment of amygdalin
(Laetrile) products. Cancer Treat Rep.
1978;62(1):99-104

Amygdalin-haltige Produkte, die zur Behandlung von Tumorerkrankungen angeboten werden, sind gemäß § 2 Abs. 1 Arzneimittelgesetz (AMG) Arzneimittel und damit als Fertigarzneimittel zulassungspflichtig. Für Amygdalin besteht jedoch in Deutschland keine Zulassung als Fertigarzneimittel. Ein formales Bewertungsergebnis zur Bedenklichkeit ist bisher nicht in einer arzneimittelrechtlichen Entscheidung niedergelegt. Bedenkliche Arzneimittel sind nach § 5 AMG solche, „bei denen nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein ... vertretbares Maß hinausgehen“.

Rezepturarzneimittel mit den Bestandteilen Amygdalin und Thiaminhydrochlorid wurden bereits 1987 vom damaligen Bundesgesundheitsamt als „bedenklich“ im Sinne von § 5 AMG eingestuft. Erst kürzlich (September 2013) listete zudem die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) mit Zustimmung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Amygdalin in ihrer Aufstellung bedenklicher Rezepturarzneimittel erneut auf. 44


2. Bundesinstitut für Risikobewertung:
Verzehr von bitteren Aprikosenkernen ist
gesundheitlich bedenklich. Stellungnah-
me Nr. 014/2007des BfR vom 03. Mai
2007;
http://www.bfr.bund.de/cm/343/verzehr_von_bitteren_aprikosenkernen_ist_gesundheitlich_bedenklich.pdf

3. PDQ (Physician Data Query) NCI‘s
Comprehensive Cancer Database;
http://www.cancer.gov/cancertopics/
pdq/cam/laetrile/HealthProfessional/
page3; Zugriff 26.08.2014
4. Newmark J et al.: Amygdalin (Lae-
trile) and prunasin beta-glucosidases:
distribution in germ-free rat and in
human tumor tissue. Proc Natl Acad
Sci U S A. 1981;78(10):6513-6516

Ein Urteil des OVG Lüneburg aus dem Jahre 2007 lehnt die Einstufung als „bedenkliches Rezepturarzneimittel“ zwar ab. Allerdings handelt es sich dabei um eine Einzelfallentscheidung, welche das BfArM nicht bindet und zudem keine generelle Aussage für alle Rezepturarzneimittel beinhaltet. Dennoch war dieses Urteil Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion.

5. Gal EM et al.: Studies on the
biological action of malononitriles, II:
distribution of rhodanese (transul-
furase) in the tissues of normal and
tumor-bearing animals and the effect
of malononitriles thereon. Cancer Res.
1952;2:574-579

Das Gericht führte aus, dass Amygdalin keine nachgewiesene Wirksamkeit in der Tumorbehandlung habe. Somit ging es in dem Verfahren um die Frage, ob das vorliegende reine Amygdalin schädlich wirken konnte. Hinsichtlich der „Unbedenklichkeit von Amygdalin“ stützte sich das Urteil des OVG Lüneburg in wesentlichen Aspekten auf die Einschätzung eines Gutachters. Dieser beschrieb die gesamte Literatur zur Toxizität von Amygdalin als einseitig, lückenhaft und in erster Linie auf Einzelfällen beruhend. Er führte anhand eigener In-vitro-Toxizitätsuntersuchungen an Krebszellen aus, dass reines Amygdalin nicht toxisch sei, und stellte anhand eines Digestionsmodells die Freisetzung von Cyanid aus hochgereinigtem Amygdalin per se in Frage.

6. Conchie J et al.: Mammalian
glycosidases: distribution in the body.
Biochem J.1959;71(2):318-325
7. Wodinsky I et al.: Antitumor activity
of amygdalin MF (NSC-15780) as a
single agent and with beta-glucosi-
dase (NSC-128056) on a spectrum of
transplantable rodent tumors. Cancer
Chemother Rep. 1975;59(5):939-950
8. Young VR et al.: Vitamins and cancer
prevention: issues and dilemmas.
Cancer. 1981;47(5):1226-1240
9. Jukes TH: Laetrile struggles. Nature.
1976;263(5578): 543
10. Testimony of John A. Richardson,
Robert W. Bradford, Ernst T. Krebs,
Jr., and Bruce Halstead, Banning of
the Drug Laetrile from Interstate
Commerce by FDA, Hearing before the
Subcommittee on Health and Scientific
Research of the Committee on Human
Resources, U.S. Senate, 95th Cong., Ist
sess., 27274. Hereafter, Hearing before
Kennedy Subcommittee.
11. Thomas H: Jukes testimony, vol.
0-1, FDA Administrative Record, Lae-
trile, Docket No. 77N-0048; National
Nutrition Consortium, Inc., Statement
on Laetrile-Vitamin B-17, December
21, 1976

Angesichts der Ergebnisse der oben beschriebenen klinischen Studie, in der 178 Patienten mit hochreinem Amygdalin behandelt wurden, ist diese Einschätzung für das BfArM, unter Berücksichtigung aller vorliegenden Informationen, nicht nachvollziehbar. Da Amygdalin erst im Körper durch Enzyme – hauptsächlich β-Glucosidase – in toxisches Cyanid umgewandelt wird, lässt sich die Humantoxizität einer solchen Substanz aus Ergebnissen von In-vitro-Untersuchungen nicht ableiten. Auch das gewählte Digestionsmodell scheint nicht geeignet, die Cyanidfreisetzung aus reinem (> 97%) Amygdalin zu untersuchen. Zwar lässt sich in einem solchen Modell der Einfluss der wichtigsten Verdauungsenzyme und der pH-Wertänderung bei dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt auf einen Stoff (hier: Amygdalin) simulieren. Nicht darstellbar sind jedoch In-vivo-Prozesse wie beispielsweise die Verstoffwechselung von Amygdalin durch die Darmflora.

Mehrere publizierte Untersuchungen zeigen, dass Darmbakterien große Mengen an β-Glucosidase ausschütten und die mikrobielle Aktivität für die Umwandlung von Amygdalin in Cyanid von entscheidender Bedeutung ist. 4, 45– 49 Die Schlussfolgerung des Gutachters, dass durch dieses Modell und nachfolgende In-vitro-Untersuchungen bewiesen sei, dass aus reinem Amygdalin kein nachweisbares Cyanid freigesetzt werde, ist daher aus Sicht des BfArM wissenschaftlich nicht nachvollziehbar. Darüber hinaus sprechen die bereits oben beschriebenen Humanuntersuchungen,  bei denen stark erhöhte Blutcyanidwerte nach der Gabe von hochreinem Amygdalin gemessen worden waren, 20, 33, 41, 50 sowie die Fälle teils schwerster Nebenwirkungen bis hin zum Tod nach der Einnahme  von Amygdalin (Tabelle 2, Seite 11) nach Einschätzung des BfArM gegen die Bewertung des Gutachters und damit gegen eine Unbedenklichkeit von Amygdalin-enthaltenden, auch in ausreichender pharmazeutischer Qualität vorhandenen Arzneimittelzubereitungen.
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« Letzte Änderung: 24. Dezember 2014, 10:18:54 von Khan »
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Tot mit 30: 'Wellness-Warrior' bringt sich mit Gerson um
« Antwort #21 am: 01. März 2015, 20:37:54 »

Die britische Zeitung "The Guardian" hat enge Bindungen an das ehemalige britische Gefängnisareal und Kolonie Australien und bringt viel mehr Meldungen über Australien als deutsche Zeitungen.

In Australien sind einige, zum Teil sehr gefährliche "Health Warriors" und "Wellness Warriors" aktiv, die unter anderem als Reiseveranstalter in großem Umfang Fahrten nach Europa veranstalten, zum Beispiel nach Deutschland, zu irgendwelchen Krebsquacksalbern.

Kaum zu glauben, aber wahr: Deutschland als das Traumland für australische Krebskranke. Wenn die wüßten...

Wir haben schon mehrere dieser Fälle recherchiert. Der nun ist, zumindest mir, neu. Eine Frau mit 30 stirbt an Krebs, nachdem sie als Wellness Warrior herumgetönt hat. Nun, in Deutschland, Österreich und Schweiz hatten wir in den letzten 10 Jahren mehrere solche Fälle. Aber daß jemand schon mit 30 stirbt, das hatten wir noch nicht.

Der Artikel enthält eingebette Links, die ich nicht übernehme. Also unbedingt und auf jeden Fall den Originalartikel lesen !!!!

http://www.theguardian.com/australia-news/2015/mar/01/jessica-ainscough-australia-wellness-warrior-dies-cancer-aged-30

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Australia news

Jessica Ainscough, Australia's 'wellness warrior', dies of cancer aged 30

Ainscough, who attracted thousands of followers on social media, shunned conventional medical treatment for her rare cancer and tried to cure it with Gerson therapy

Jessica Ainscough was diagnosed with epithelioid sarcoma seven years ago. Her mother, who was diagnosed with breast cancer and followed Gerson therapy, died in 2013.
Photograph: www.jessicaainscough.com
Melissa Davey
@MelissaLDavey

Sunday 1 March 2015 01.13 GMT Last modified on Sunday 1 March 2015 01.46 GMT

The former online editor of the teen publication Dolly, who attracted thousands of followers on social media after she shunned conventional medical treatment for a rare cancer, has died aged 30.

Jessica Ainscough was diagnosed with epithelioid sarcoma seven years ago, a rare soft-tissue cancer which affects young adults and most often first develops in the hand or arm.

Doctors suggested Ainscough’s best chance of survival would be to have her arm amputated at the shoulder, a traumatic procedure that significantly increases a patient’s chance of 10-year survival.

She tried chemotherapy for a time, but when it stopped working, amputation was again recommended.

It was then Ainscough tried to cure her cancer by following an unproven treatment known as “Gerson therapy”, which involves daily coffee enemas, a heavy regime of dietary supplements, and following a strict organic, vegetarian diet.

Cancer institutes around the world have rejected Gerson therapy as unproven, with the website of the National Cancer Institute in the US stating: “The data that are available are not sufficient to warrant claims that the Gerson therapy is effective as an adjuvant to other cancer therapies or as a cure.”

Ainscough became known as a “wellness warrior” after she left her job and began documenting her experiences with Gerson therapy online, attracting a strong following which included other cancer patients.

Her mother, Sharyn, followed her daughter in advocating Gerson therapy after being diagnosed with breast cancer, and died in 2013.

In an update Ainscough posted to her website last year, she said she had become unwell, attributing this to her mother’s death.

“For the first time in my almost seven year journey with cancer, this year I’ve been really unwell,” Ainscough wrote.

“I’ve lived with cancer since 2008 and for most of those years my condition was totally stable. When my mum became really ill, my cancer started to become aggressive again. After she died, things really started flaring up.

“For the past few months, I’ve been pretty much bedridden.”

A profile piece on Ainscough published by Fairfax last year, which said her alternative treatments had “paid off”, attracted criticism for not including any comment from peak cancer bodies or medical experts.

“It started out as a personal journal online and attracted a worldwide family craving this information,” Ainscough told Fairfax of her online blog.

Fairfax later updated the story to include comment from Cancer Australia, which states on its website that some patients used complementary and alternative therapies to “gain a feeling of control over the treatment of their disease”.

“Most alternative therapies have not been assessed for efficacy or safety,” Cancer Australia state.

“Some have been studied and found to be harmful or ineffective.”

The Clinical Oncology Society of Australia recently updated its position statement on complementary and alternative (CAM) cancer therapies, emphasising the importance of patients discussing such treatments with their doctors, as they could interfere with conventional medical therapy.

“It is likely that more than two-thirds of Australian adults have used CAM in the last 12 months,” the statement said.

“Less than half of them will have informed their doctors of their CAM use and many may be using CAM as well as prescription medicine.

“Patients are also at increased risk of harm if they delay or stop using proven conventional medicine in favor of a CAM that has no evidence of efficacy.”
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Arm ab ist besser als Kopf ab. Zu glauben, daß Kaffeeeinläufe und Grünzeug gegen Krebs helfen, also dazu muß man schon reichlich dämlich sein.

So schlecht ist die Schulbildung auch in Australien nicht, daß man dort nicht lesen kann, daß die "Gernson-Therapie" keine Therapie, sondern tödlicher Mist ist.

Mehrere bekannte amerikanische Schauspielerinnen haben sich in den letzten 20 Jahren die Brüste VORSORGLICH amputieren lassen wegen der großen Gefahr durch Brustkrebs.

Daß jemand auf etwas so wichtiges wie einen Arm nicht verzichten möchte, kann man sich gut vorstellen. Aber bei der Alternative "Arm oder Leben" einen garantiert tödlichen Mist zu bauen, so blöde darf man nicht sein!


Sehr erschreckend sind auch die Zahlen: 2/3 der australischen Erwachsenen haben in den letzten 12 Monaten CAM (alternativen Mist) benutzt, und weniger als die Hälfte davon hat ihren Ärzten das überhaupt gesagt.

Jessica Ainscough ist nicht die einzige, die Blödheit mit dem Tod bezahlt. Wieviele sind es noch? Die Zahlen dürften fuchtbar sein.

Deutschland als Exporteur für den Tod. Das wird unserer Waffenindustrie nachgesagt. Man sollte sich die Scharlatane und ihre Vermarkter vornehmen. Ich bin bin mir sicher, daß DIE mindestens 10x oder 100x soviele Todesfälle verursachen wie die Waffenindustrie. Aber weil es nicht peng macht, wenn einer tot umfällt, fällt es niemandem auf.

Krebskranke sterben leise. Das ist ihr Schicksal.


Wenn sie ihre Bürger wirklich schützen wollen, dann sollten sich die australischen und die britischen Behörden DRINGEND den Reiseverkehr und die Reiseveranstalter unter die Lupe nehmen. Und alle Fahrten nach Europa, insbesondere nach Deutschland rigoros kontrollieren. Und sie notfalls verbieten.

Krebspfusch ist Mord.

Stoppt die Mörder!
« Letzte Änderung: 02. März 2015, 20:26:16 von Khan »
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