Bob
26.12.07, 20:39
Schlechte Nachrichten für die Befürworter von Chemotherapie zur Lungenkrebsbehandlung: Forscher des amerikanischen National Bureau of Economic Research haben vor kurzem ermittelt, daß der Einfluß von Chemotherapie auf die Überlebenszeit von über 65 Jahre alten Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs (NKZLK) praktisch minimal ist.
Dr. Rebecca M. Woodward, eine ehemalige Forscherin der Harvard Universität, nutzte zur Verfügung gestellte Daten der US Regierung um die zu erwartende Lebenserwartung von Lungenkrebspatienten zu ermitteln. Sie und ihre Kollegen kombinierten ermittelte Überlebensraten mit Informationen aus der 'Ständigen Gesundheitsfürsorge Musterdatenbank' der amerikanischen Regierung um Lebens-Behandlungskosten zu berechnen.
In der 15-Jahres-Periode zwischen 1983 und 1997 verbesserte sich die Lebenserwartung für älterre Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs um durchschnittlich 0.6 Monate - das entspricht 18 Tagen. Jedoch explodierten die Kosten für die Behandlung dieser Patienten in derselben Zeit um 20.157$ pro Patient. Medizin-Ökonomen beurteilen die Kosteneffizienz einer Behandlung generell danach, wieviel Geld es kosten würde um die Lebenserwartung eines Patienten um ein Jahr zu verlängern. Bei der in dieser Studie betrachteten Patientengruppe betragen die Kosten entsprechend 143.614$ pro Lebensjahr eines Patienten mit regional begrenztem Lungenkrebs und sie betragen unglaubliche 1.190.322$ pro Patient mit metastatisiertem NKZLK. Erstaunlicherweise waren nahezu alle Patienten welche von den durch den Behandlungsfortschritt gewonnenen 18 Überlebenstagen profitieren konnten, nur von einem regional begrenzten Lungenkrebs betroffen!
Rauchen ist natürlich die Hauptursache für Nicht-Kleinzelligen Lungenkrebs. Raucherertwöhnungsprogramme kosten im Schnitt 2.587$ pro gewonnenes Lebensjahr (Diese Zahl basiert auf Daten von 1995). Das bedeutet, daß es über 100 mal effizienter ist, Lungenkrebs (über Raucherentwöhnungsprogramme) vorzubeugen als ihn zu behandeln!
Dr. Rebecca Woodward und ihre Kollegen glauben daß die Art und Weise in der Lungenkrebs heute behandelt wird überdacht werden sollte. "Wenn man die Zahl der Betroffenen und die Summe der dabei aufgewendeten Dollars als Basis nimmt, wären eine klare Analyse und offene Diskussion dieser nun in aus dem Gesamtbild unserer heutigen Krebsbehandlung hervortretenden Tatsachen notwendig, um einen Hintergrund für unsere medizinischen, politischen und wirtschaftlichen Diskussionen zu bilden. Unsere Ergebnisse deuten daraufhin, daß es trotz der erheblichen Ausgabensteigerung bei der Behandlung von jedem über 65-jährigen Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs zu keinerlei medizinsichen Verbesserung gekommen ist." sagte Dr. Woodward.
Die Forscher mahnen außerdem, daß man vorsichtig sein soll bevor man noch intensivere medizinische Betreuung für Lungenkrebspatienten fordert ohne die Auswirkungen zu betrachten die soche Maßnahmen haben können auf die Gesundheitskosten und bezüglich der möglicherweise eher schädlichen Effekte auf die Lebensqualität des Patienten.
Jedoch ist nicht jeder bereit für eine offene Diskussion über das Versagen der Chemotherapie. Einige Autoren haben entgegnet daß sich durch die neuesten Fortschritte bei der Lungenkrebsbehandlung - besonders aufgrund von zwei von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassene Medikamente Iressa und Tarceva - das Bild inzwischen radikal in Richtung einer nun effektiveren Behandlung verändert hätte.
"Wie die Einführung von sekundärer und tertiärer Behandlungslinien belegen kann, haben sich Behandlung und unterstützende Betreuung dramatisch verbessert" sagte Dr. Joseph Aisner, Chefarzt des Cancer Institute of New Jersey dem Online-Journal Hem/Onc Today (Brinson 2007)
Aber haben diese Medikamente wirklich "dramatischen Verbesserungen" bei der Lungenkrebsbehandlung bewirkt? In einer klinischen Studie betrug die mittlere Überlebenszeit der mit Tarceva behandelten Patienten 6.7 Monate verglichen mit 4.7 Monaten bei den Patienten der Placebo Gruppe, d.h. der tatasächliuche Lebenszeitgewin betrug genau 2 Monate. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Schmerzen betrug in der Tarceva Gruppe 2.79 Monate gegenüber 1.91 Monaten in der Placebo-Gruppe - ein Gewinn von 3 Wochen. Und die Zeit bis zum weiteren Fortschreiten der Krankheit betrug 2.23 Monate in der Tarceva-Gruppe und 1.84 Monate in der Placebo-Gruppe, was einen Gewinn von 12 Tagen darstellt. So ist das Beste was Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs von der zusätzzlichen Einnahme von Tarceva erwarten können ein 2-monatiger Lebenszeitgewinn bei gleichzeitiger Zunahme substanzieller Nebenwirkungen (Ob dies alles in gleicher Weise auch für ältere Patienten gilt bleibt hierbei offen). Was Iressa angeht so hat eine klinische Studie aus dem Jahr 2004 keinerlei Überlebensvorteil durch die zusätzliche Einnahme von Iressa verglichen mit alleiniger Chemotherapie feststellen können (Herbst 2004)
Das Versagen von Chemotherapie bei NKZLK erinnert uns daran, daß eine dringender Notwendigkeit dafür besteht, einerseits noch effektive Preventionsmaßnahmen einzuleiten und andererseits energische Bemühungen zur Erforschung von nicht-konventionellen Maßnahmen zur Behandlung dieser Krankheit zu initiieren.
Quelle:
Ralph Moss' Cancerdecisions.com von 23.12.2007 (http://www.cancerdecisions.com/122307.html)
Dr. Rebecca M. Woodward, eine ehemalige Forscherin der Harvard Universität, nutzte zur Verfügung gestellte Daten der US Regierung um die zu erwartende Lebenserwartung von Lungenkrebspatienten zu ermitteln. Sie und ihre Kollegen kombinierten ermittelte Überlebensraten mit Informationen aus der 'Ständigen Gesundheitsfürsorge Musterdatenbank' der amerikanischen Regierung um Lebens-Behandlungskosten zu berechnen.
In der 15-Jahres-Periode zwischen 1983 und 1997 verbesserte sich die Lebenserwartung für älterre Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs um durchschnittlich 0.6 Monate - das entspricht 18 Tagen. Jedoch explodierten die Kosten für die Behandlung dieser Patienten in derselben Zeit um 20.157$ pro Patient. Medizin-Ökonomen beurteilen die Kosteneffizienz einer Behandlung generell danach, wieviel Geld es kosten würde um die Lebenserwartung eines Patienten um ein Jahr zu verlängern. Bei der in dieser Studie betrachteten Patientengruppe betragen die Kosten entsprechend 143.614$ pro Lebensjahr eines Patienten mit regional begrenztem Lungenkrebs und sie betragen unglaubliche 1.190.322$ pro Patient mit metastatisiertem NKZLK. Erstaunlicherweise waren nahezu alle Patienten welche von den durch den Behandlungsfortschritt gewonnenen 18 Überlebenstagen profitieren konnten, nur von einem regional begrenzten Lungenkrebs betroffen!
Rauchen ist natürlich die Hauptursache für Nicht-Kleinzelligen Lungenkrebs. Raucherertwöhnungsprogramme kosten im Schnitt 2.587$ pro gewonnenes Lebensjahr (Diese Zahl basiert auf Daten von 1995). Das bedeutet, daß es über 100 mal effizienter ist, Lungenkrebs (über Raucherentwöhnungsprogramme) vorzubeugen als ihn zu behandeln!
Dr. Rebecca Woodward und ihre Kollegen glauben daß die Art und Weise in der Lungenkrebs heute behandelt wird überdacht werden sollte. "Wenn man die Zahl der Betroffenen und die Summe der dabei aufgewendeten Dollars als Basis nimmt, wären eine klare Analyse und offene Diskussion dieser nun in aus dem Gesamtbild unserer heutigen Krebsbehandlung hervortretenden Tatsachen notwendig, um einen Hintergrund für unsere medizinischen, politischen und wirtschaftlichen Diskussionen zu bilden. Unsere Ergebnisse deuten daraufhin, daß es trotz der erheblichen Ausgabensteigerung bei der Behandlung von jedem über 65-jährigen Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs zu keinerlei medizinsichen Verbesserung gekommen ist." sagte Dr. Woodward.
Die Forscher mahnen außerdem, daß man vorsichtig sein soll bevor man noch intensivere medizinische Betreuung für Lungenkrebspatienten fordert ohne die Auswirkungen zu betrachten die soche Maßnahmen haben können auf die Gesundheitskosten und bezüglich der möglicherweise eher schädlichen Effekte auf die Lebensqualität des Patienten.
Jedoch ist nicht jeder bereit für eine offene Diskussion über das Versagen der Chemotherapie. Einige Autoren haben entgegnet daß sich durch die neuesten Fortschritte bei der Lungenkrebsbehandlung - besonders aufgrund von zwei von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassene Medikamente Iressa und Tarceva - das Bild inzwischen radikal in Richtung einer nun effektiveren Behandlung verändert hätte.
"Wie die Einführung von sekundärer und tertiärer Behandlungslinien belegen kann, haben sich Behandlung und unterstützende Betreuung dramatisch verbessert" sagte Dr. Joseph Aisner, Chefarzt des Cancer Institute of New Jersey dem Online-Journal Hem/Onc Today (Brinson 2007)
Aber haben diese Medikamente wirklich "dramatischen Verbesserungen" bei der Lungenkrebsbehandlung bewirkt? In einer klinischen Studie betrug die mittlere Überlebenszeit der mit Tarceva behandelten Patienten 6.7 Monate verglichen mit 4.7 Monaten bei den Patienten der Placebo Gruppe, d.h. der tatasächliuche Lebenszeitgewin betrug genau 2 Monate. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Schmerzen betrug in der Tarceva Gruppe 2.79 Monate gegenüber 1.91 Monaten in der Placebo-Gruppe - ein Gewinn von 3 Wochen. Und die Zeit bis zum weiteren Fortschreiten der Krankheit betrug 2.23 Monate in der Tarceva-Gruppe und 1.84 Monate in der Placebo-Gruppe, was einen Gewinn von 12 Tagen darstellt. So ist das Beste was Patienten mit Nicht-Kleinzelligem Lungenkrebs von der zusätzzlichen Einnahme von Tarceva erwarten können ein 2-monatiger Lebenszeitgewinn bei gleichzeitiger Zunahme substanzieller Nebenwirkungen (Ob dies alles in gleicher Weise auch für ältere Patienten gilt bleibt hierbei offen). Was Iressa angeht so hat eine klinische Studie aus dem Jahr 2004 keinerlei Überlebensvorteil durch die zusätzliche Einnahme von Iressa verglichen mit alleiniger Chemotherapie feststellen können (Herbst 2004)
Das Versagen von Chemotherapie bei NKZLK erinnert uns daran, daß eine dringender Notwendigkeit dafür besteht, einerseits noch effektive Preventionsmaßnahmen einzuleiten und andererseits energische Bemühungen zur Erforschung von nicht-konventionellen Maßnahmen zur Behandlung dieser Krankheit zu initiieren.
Quelle:
Ralph Moss' Cancerdecisions.com von 23.12.2007 (http://www.cancerdecisions.com/122307.html)