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Hallo zusammen,
ich suche... bereits beim Titel habe ich mich schwer getan, weil ich nicht erklären kann was ich eigentlich suche.
Ihr habt super tolle Beiträge hier in diesem Forum, Beiträge die jemandem weiterhelfen und nicht bereits im Ansatz in der Luft zerrissen werden von übereifrigen "ich will immer meinen Senf dabeitun, auch wenns total am Ziel vorbeigeht"-Usern.
Der Umgang miteinander gefällt mir sehr. Und besonders gefreut hat mich, dass ich einen bekannten Namen hier gesehen habe :icon_wink:
Wie in meiner kurzen Vorstellung bereits mitgeteilt beschäftige ich mich ausgiebig mit dem Menschen und zwar dem kompletten Menschen.
Um seinen (natürlich auch meinen) Körper verstehen zu können, studiere ich zunächst diese Ebene, manchmal bis ins kleinste Detail (oh, das hält auf und ist soooo spannend, besonders das Immunsystem, aber eigentlich das "Wunder Mensch" überhaupt).
Allerdings kommen immer neue Erkenntnisse hinzu, der Mensch ist noch lange nicht "durchgeforscht". Insofern kommt man eben nie ganz durch, aber das Grundprinzip ist mir wichtig. Wie funktioniert was und welche Faktoren beeinflussen sich gegenseitig.
Automatisch stößt man auf Zusammenhänge Psyche (Seele), Geist und Körper, man rutsch da einfach rein, weil vieles ganz logisch ist.
Ich lese sehr viel neben dem Studienmaterial und den sonstigen Fachbüchern. Zur Zeit lese ich viel über die Selbstheilungskräfte, über sogenannte "Spontanheilungen", über das Verständnis der indianischen Medizinmänner, über das Leben und den Tod.
Wäre ich damals, als ich Mutti zu den grauenvollen Untersuchungen und Chemotherapien und Bestrahlungen begleitet habe - ihr Leid so deutlich mitbekommen habe - nicht so hilflos gewesen (ich war auch noch viel zu jung), ich glaube ich hätte ihr sogar helfen können, den Krebs als Chance zu nutzen um ihrem Leben (welches nicht so rosig verlaufen ist) eine Kehrtwende zu geben. Man hat sie nur dahinsiechen gesehen und war so fassungslos...
Ich würde gerne von Betroffenen hören, was man als Angehöriger tun kann, wie kann ich wirklich helfen in einer solchen Situation. Was hilft, was schadet nur?
Dennoch denke ich, dass viel viel Liebe und Zuwendung, hinhören können, da sein wohl die wichtigste Hilfe sein düfte, oder?
Was kann ich als "medizinische" Kraft, sprich Heilpraktikerin (meinetwegen auch Heilerin / Helferin) tun, wo muss ich ansetzen, was ist die größte Not in dieser furchtbaren Lebenskrise?
Ja, ich glaube das ist das was ich suche, Informationen von Betroffenen und wie sie mit der Krankheit umgehen, was sie darüber denken.
Ernährung, Immunsystem und diese Dinge sind mir klar, ich möchte wissen wie die Psyche, die Seele aussieht....
Viele liebe Grüße
Rosi
Hallo Rosi,
zunächst auch von mir an dieser Stelle ein Herzliches Willkommen in diesem Forum!
Ich bin zwar selbst kein PERSÖNLICH Betroffener (jedenfalls habe ich noch nicht zugelassen, dass 'man' mich entsprechend diagnostiziert), melde mich hier aber dennoch mal kurz zu Wort, da dir ja 'leider' ansonsten noch niemand geantwortet hat:
ich suche... bereits beim Titel habe ich mich schwer getan, weil ich nicht erklären kann was ich eigentlich suche.
Gratuliere, das Thema ist aus meiner Sicht HERVORRAGEND formuliert und präzise auf den Punkt gebracht!
NUR wer sucht, der findet (oft auch das, was er gar nicht gesucht hat) - muss/sollte dann aber immer wieder einsehen, dass die Suche NIE enden wird!
---> Wer fragt, bekommt bestenfalls 'nur' Antworten...
Ein Tipp(Rat?) von mir:
Man sollte insb. immer die Antworten von denjenigen doppelt hinterfragen, die behaupten, bereits gefunden zu haben und deshalb nicht mehr weitersuchen...
Hier im Forum gibt's eine Vielzahl (aus MEINER Sicht) von Beiträgen/Informationen, die aber auch nur bestenfalls 'Wegweiser' auf DEINER Suche sein können...
(Ausdrücklich-vorsorglich: Ich meine hiermit nicht unbedingt meine Beiträge!)
Ich wünsche dir kein Glück auf deinem Weg der Suche, denn mit Glück hat's meiner Meinung nach absolut nichts zu tun!
Nicht der Weg ist das Ziel - sondern das Ziel ist der Weg... :gruebel:
--->:"Der Alex spinnt!"
Sorry, dass ich dir auf deine Fragen keine konkreten Antworten geben kann!
---> Habe selbst NUR Fragen...
Gruß
Alex (der ebenfalls Suchende)
P.S. (so nebenbei und eigentlich auch nicht so wichtig)
Aber da ich ja 'grundsätzlich neugierig' bin: Welchen "bekannten Namen" hast du denn hier im Forum "gesehen"?
Hi Alex,
Danke für die Antwort! Ich habe schon gedacht, dass das Forum verwaist ist....
Ich suche immer und wenn ich etwas gefunden habe, so tun sich weitere Fragen auf und die Suche geht weiter :D
Das ist sehr spannend, da ich automatisch neue Denkansätze bekomme und sich dann meist ganz logische Lösungen finden lassen.
Ja, der Weg ist das Ziel. Es hat lange gedauert bis ich das "gefressen" hatte, auch wenn man diesen schlauen Spruch immer wieder liest. Die Formulierung "andersherum" ja, das könnte ich mir genau so vorstellen.
Jedenfalls freue ich mich auf einen regen Gedankenaustausch, egal ob betroffen oder nicht. Wer weiß schon, was in einem selbst noch für Ungeheuer warten... <hihi> ich lass sie auch nicht wirken! das wollen wir doch mal sehen, nicht wahr :cool:
LG, Rosi
p.s. zu Deinem PS, fängt mit W an und hört mit o auf und er schreibt tolle Beiträge, die ich weitestgehend nicht anders formulieren könnte :icon_wink:
Friedenstaube
17.11.06, 23:04
Ja, ich glaube das ist das was ich suche, Informationen von Betroffenen und wie sie mit der Krankheit umgehen, was sie darüber denken.
Hallo Rosi,
ich bin auch keine selbst Betroffene (weil einfach gesund oder vielleicht auch "nur" Diagnoseverweigerin :D ) und habe (auch) deshalb (bis jetzt) nicht geantwortet.
Dann erinnerte ich mich aber doch an die eine oder andere Blinddarmentzündung oder auch die eine oder andere "dicke Backe" an meinen (selbst) zerdepperten Fussrücken, an das und jenes was ich mir sonst noch zerdeppert habe....
Ich weiß was ich damals gebraucht und auch bekommen habe und genau das tat mir gut. Ich weiß auch was ich absolut nicht gebrauchen konnte und was mir nicht gut getan hat. Ich scheute mich darüber zu schreiben weil ich in keiner verzweifelter Lage war, und auch keine lebensbedrohliche Krankheit hatte (naja die Blinddarmentzündungen hätten es werden können, ware aber es aber nicht...) aber vielleicht hilft es Dir trotzdem wenn ich Dir berichte.
Was ich absolut nicht gebrauchen konnte war : wenn mir jemand gesagt hat was ich tun sollte ohne dass ich ihn um Rat gefragt habe. Wenn ich zugebeugt war mit Dingen die "helfen" (Tees, Salben... ) Wenn man mir in den Ohren lag dass ich unbedingt zum Arzt MUSS. Wenn sie mir Angst gemacht hatten - na ja versucht hat, obwohl sie es nicht gewollt hatten. Aber ich empfand es so, denn ich selber hatte keine Angst. Wenn mich meine Mutter alle halbe Stunde mit ihren Fragen ob ich was brauche genervt hat.
Ich wusste dass ich es verstehen sollte, dass ich mich in die Lage der Helfer vesetzten sollte die es wirklich gut mit mir gemeint haben, aber ich konnte es einfach nicht. In dem Moment hatte ich weder Geduld noch Verständnis noch sonstwas für die Anderen gehabt. Ich wollte nur eines : mach für mich um was ich Euch bitte und lasst mich sonst bitte, bitte in Ruhe... Wer mich nicht in Ruhe lassen kann aus welchem Grund auch immer soll warten bis ich wieder fit bin, dann bin ich auch wieder ganz lieb und brav und umgänglich....
Ich war in Zeiten in denen ich auf Hilfe angewiesen war ein richtiger "Diktator" und genau das, das ich ein Diktator sein durfte hat mir gut getan... Ich wollte auch in dieser Zeit einfach selber bestimmen was, wie, warum....
Aus dieser, meiner Erfahrung, würde ich mal sagen : schau Dir erst mal an ob der Betroffener auch so ein Diktator ist oder ob er anders gestrickt ist und genau das Gegenteil braucht .....
Liebe Grüße
Friedenstaube
..Zur Zeit lese ich.. über das Leben und den Tod...
Hallo,
zum Thema "Leben nach dem Tod" gibt es einige Literatur. Moodys Standardbuch habe ich einfach so in der Buecherei ausgeliehen, um da mal reinzulesen. Es hat mich ziemlich gefesselt. Von verschiedenen Leuten wird berichtet, was kurz nach dem Ende des Lebens hier auf Erden geschieht, in immer aehnlicher Abfolge. Es hat mich beruehrt als ob ich zum ersten Mal sehen wuerde wie es weitergeht oder weitergehen koennte. Aus dem Themenbereich besonders gut fand ich von Eersel die zusammenfassenden Berichte verschiedener Forscher, die er nacheinander besuchte und mit ihren Arbeiten und Ergebnissen vorstellt, im Buch "Sterben - der Weg in ein neues Leben".
Wir koennen aus diesen Berichten viel lernen. Zum Beispiel den Sinn unseres Lebens hier: Wofuer sind wir hier ? - Zum Lernen. Mit der Kenntnis der Nahtoderlebnisse koennen wir den Tod anders sehen, als Uebergang in die naechste Phase unseres Lernens. Und wir koennen das Leben anders sehen, als Chance, hier etwas Entscheidendes zu lernen. So kann eine Krankheit oder das Miterleben einer Krankheit durchaus ein Ziel hier sein, naemlich dies zu lernen. Und vielleicht an anderer Stelle mit dieser Erfahrung richtig zu handeln, damit wiederum ein Anderer lernt.
Mit Kuebler-Ross haben Sterbende am Lebensende gesprochen und manchmal noch letzte Handlungen gewollt, wie Frieden schliessen mit dem verfeindeten Verwandten. Kurz darauf war Gelegenheit zu sterben, also weiterzugehen in die naechste Phase.
Fuer mich besteht kein Widerspruch hierin zu der These, der Geist erschaffe sich den Koerper, oder auch zu der These der kirchlichen Theorie vom Leben im Himmel. Eher fasziniert mich die Moeglichkeit, dass alle dasselbe mit jeweils anderen Worten beschreiben, an dieser Stelle macht die weitere Suche zunehmend Freude.
Die Autoren beschreiben oefters wie Zurueckgekehrte anschliessend ihr hierseitiges Leben mit Wille und Freude positiv gestalten, das motiviert auch mich, in diesem Sinne die gegebene Zeit zu nutzen.
In Deiner Arbeit mit Kranken und Sterbenden kann solche Lektuere durchaus hilfreich sein. Wenn Alle die Vorgaenge kennen oder besser noch verstehen statt nur Angst zu haben, duerfte das eher hilfreich sein (meine ich hier mal, ohne eine solch praegende Erfahrung). Ich moechte jedem raten, sich so mit dem Thema Sterben zu beschaeftigen. Mich hat es keineswegs ENTmutigt, sondern ERmutigt zum Leben.
Gruss Berlingo
ich freue mich sehr über Eure Antworten!!! Dankeschön.
Weißt Du Friedenstaube, es sind genau die Informationen die ich erhofft habe. Ich möchte mich niemandem aufdrängen, das wäre ja am Ziel vorbei.
Ob es der Blinddarm ist, oder ein anderes Leid. Die Schwere ist auch nicht mal entscheidend. Ich denke auch, dass Erkrankungen ihren Sinn haben, irgendwie, dass sie einem etwas zu sagen haben.
Du hast das vollkommen richtig gemacht, finde ich. Somit hatte alles seinen Sinn :icon_wink:
Es dürfte schwer sein den Lieben um sich herum zu "verklickern", dass man einfach in Ruhe gelassen werden möchte, aber sie meinen es ja nur gut. Diktator... ja das finde ich richtig gut <hihi>
Als z.B. meine Mutter schwerst unter ihrem Krebs litt.... oh Mann was hat mein Vater alles verzapft um ihr dann zu helfen. Wie Du schon sagst ... Salben, Einreibungen, blabla und noch mehr bla. Dabei hat er meiner Mutter im Vorfeld (und nicht nur im Vorfeld) sehr zugesetzt, ich glaube sie wäre nicht erst erkrankt, wenn mein Vater anders gewesen wäre. Aber was solls, es ändert nichts mehr an der Tatsache wie es gelaufen ist und es war das Leben meiner Mutter. Sie hätte erkennen müssen, was für sie wichtig im Leben gewesen wäre...
Ich weiß was ich damals gebraucht und auch bekommen habe und genau das tat mir gut. Ich weiß auch was ich absolut nicht gebrauchen konnte und was mir nicht gut getan hat
Hast Du hier einen Tipp für Patienten, wie sie das am besten rüberbringen können? Z.B. "Leute, sagt was ihr denkt! Seid mutiger, oder schreit es notfalls raus!"
Sag es doch einfach stellvertretend, weil Außenstehende sehr hilflos sind und helfen möchten, nur nicht wissen was und wie.
Oder soll man andersherum, den Patienten fragen ob ein offenes Ohr gewünscht ist (was ich eh tun würde :icon_wink: )
Zum Thema Tod: ich selber habe überhaupt keine Angst davor, könnte fast davon begeistert sein, ich habe mich selbst sehr damit auseinander gesetzt. Aber man lebt nun und jetzt und das hat seinen Sinn, auf jeden Fall!
Ich habe nur Angst vorm Sterben, also dem Akt des Sterbens. Ich habe Angst elend zu verrecken, zu ersticken, alles bewusst zu erleben. Auch hier gibt es im Bereich der "Hypnose" Möglichkeiten, den eigenen Tod zu "erfahren". Ich glaube viele Menschen haben eine ähnliche Angst und die wird man auch irgendwie überwinden können.
Wer lebt muss sich mit dem Tod auseinander setzen. Da liebe ich das Denken der Indianer (oder stellvertretend ähnlich denkende Kulturen). Sie lieben den Tod als Freund, für sie ist er so natürlich wie der Baum vor ihnen. Der Umgang mit dem Tod ist einfach toll.
Wer den Tod verstanden hat, hat keine Angst mehr davor.
Wer keine Angst mehr vor ihm hat, kann sich viel gelassener auf sein Leben (und seine Gesundung) konzentrieren.
Daß ich viel lesen und reden werde mit meinen Mitmenschen... ja da freue ich mich drauf, und nicht nur über solche Themen, ich möchte ihnen ja helfen wieder gesund zu werden :icon_wink:
LG, Rosi
Alex schrieb.
.. dass die SUCHE nie enden wird.
Jawoll. „Ich weiß, daß ich nichts weiß“.
Auf den Nutzen von Gefundenem muss man deshalb nicht verzichten.
Zum Thema „Spontanheilungen“ habe ich auch einige Bücher gelesen. Eingeprägt hat sich mir eine Krebsheilung in dem Sinne, daß der Körper keine andere Aufgabe mehr hatte (bettlägerige Patientin) und sich deshalb voll auf die Vernichtung der Krebszellen konzentrieren konnte.
Zur Diskussion passt auch ein Buch, dessen Verfasser ich vergessen habe: „Leben wie ein Krieger“. Ein Krieger muss immer mit einem Angriff rechnen, immer volle Aufmerksamkeit haben, in jeder Sekunde mit dem Tod rechnen und deshalb prinzipiell „seine Angelegenheiten geordnet“ haben. Scheint wenig in unsere Zeit zu passen, aber nur auf den ersten Blick.
Viele Grüsse
Wero
ja und ein "Indianer" sagt auch: Sei jederzeit bereit zum sterben.
Das passt ganz gut zu Deinem letzten Satz.
LG Rosi
Was mir jetzt gerade zum Thema 'Indianer' einfällt:
http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/showthread.php?t=44
Gruß
Alex
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