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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Adjuvante Chemo bei Darmkrebs hat keinen Einfluß auf die 10-Jahres Überlebensrate


Bob
03.04.06, 15:52
(Aus einem anderen Beitrag von mir zielgruppengerecht hier hinein kopiert)

Eine sehr erwähnenswerte Studie aus dem Jahre 2004 mit insgesamt 1166 Teilnehmern zeigt, daß bei Darmkrebs der Stadien Dukes II und III adjuvante Chemotherapie nach einer Operation langfristig nicht besser abschneidet als eine alleinige OP:

Randomized trial of adjuvant therapy in colon carcinoma: 10-year results of NSABP protocol C-01 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=15292384&dopt=Citation)


Kurz gesagt wurden die 10-Jahres-Überlebensraten in 3 Armen mit je 349 bis 394 Teilnehmern verglichen. Die Teilnehrmer der 3 Studienarme erhielten
- entweder Operation alleine
- oder Operation plus Chemo (mit Semustin, Vincistin und 5-FU)
- oder Operation plus immunstimulierender Gabe von Bacillus Calmette-Guerin (http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_Calmette-Gu%C3%A9rin), einem immunstimulierenden Tuberkulose-Impfstoff

Ergebnis war, daß die 10-Jahres Überlebensrate derer, die OP plus adjuvante Chemo bekamen, gleich groß war, wie bei den Teilnehmern mit alleiniger Operation. Am verhältnismäßig meisten Teilnehmer überlebten in dem Arm, der nach der OP die immunstimulierende Gabe des Tuberkuloseimpfstoffes vorsah! (Dieses Ergebnis war laut Ralph Moss den Initiatoren selber recht peinlich, so daß sie empfahlen, den Erfolg von Chemo bei Darmkrebs in Zukunft nur noch an 3-Jahres-Überlebensraten zu untersuchen... wahrscheinlich weil in diesem Zeitraum offenbar noch Vorteile für die chemo erkennbar sind)


(Interessanterweise führt eine negative Studie bei einer schulmedizinischen Maßnahme in keinster Weise dazu, daß sie für immer abgelehnt wird. Bei alternativen Maßnahmen hingegen wird genau das versucht: Erst, oft durch Tricks, ein negatives Ergebnis zu erzeugen

- indem man z.B. die Dosierungen entgegen den Anweisungen des Erfinders durchführt, also hemmungslos über- oder unterdosiert,
- indem man sie an ungeeigneten Krebsarten oder -größen durchführt,
- indem man sie an durch konventionelle Behandlung austherapierten Patienten im Endstadium durchführt,
- indem sich abzeichnende Erfolge aus der Studie genommen werden
- indem die Studie abgebrochen wird wenn sich das gewünschte Bild verschlechtert
- indem man versucht der Studie keine Teilnehmer zukommen zu lassen usw.

und dann immer wieder auf dieses zu verweisen)


Wie dem auch sei, wer jedoch nach der oben recht überzeugend nachgewiesenen Zusammenhängen bei Darmkrebs im Stadium Dukes II und III immer noch adjuvante Chemo empfiehlt... den treiben wahrscheinlich weniger fachliche Gründe als vielmehr die Hoffnung auf das tolle 2-wöchige Brystol-Myers-Squibb-Weiterbildungsseminar auf den Bahamas im nächsten Sommer ...oder so. Daß die Betroffenen irgend etwas gegen ein Wiederauftreten der Krankheit machen wollen ist verständlich, aber sie sollten vielleicht ihre Bemühungen in etwas investieren, was auch funktioniert und.

Quelle:
http://www.cancerdecisions.com/091204.html
http://www.cancerdecisions.com/091904.html