Reinardo
27.01.10, 16:02
Hallo:-
Wer sich schon einmal durch einen der „blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe hindurchgequält hat, wird die Beilage zur Ausgabe vom 19. Januar 2010 des Berliner Kurier mit dem Titel „Brustkrebs Die große Chance auf Heilung“ als Kontrast und gute journalistische Leistung zu würdigen wissen. Beide Schriften sind sich in Tendenz und Inhalt nahe, unterscheiden sich aber in der Art und Weise, wie der Stoff vermittelt wird. Im „blauen Ratgeber“ über 115 Seiten eine dröge Beschreibung von allem, was eine Brustkrebs-Patientin über ihre Erkrankung wissen sollte und wissen darf. Im Kurier auf 8 bebilderten Seiten alles Wesentliche, mit wertvollen praktischen Hinweisen für den Fall der Diagnose. Den „blauen Ratgeber“ zu lesen habe ich 2 Tage gebraucht, und einiges beim ersten Mal nicht richtig verstanden. Die Kurier-Beilage hingegen liest man in 30 Minuten und man fühlt sich informiert. Es macht eben doch einen Unterschied, wenn eine Schrift von professionellen Textgestaltern verfasst ist.
Professorin Dr. Rita Schmutzler (Universitäten Bonn/Köln) listet die größten Risikofaktoren für Brustkrebs: Östrogene, Übergewicht, fette Ernährung, zu viel Alkohol, Vererbung, erhöhter Insulinspiegel. Alarmsignale. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden. Individuelle Therapien mit Nebenwirkungen. Ein Beitrag von Professor Dr. Josef Beuth über Zusatztherapien „Wie Misteln helfen können“, Selen, der Stoff der unsere Zellen schützt, Enzyme, die Tumoren bremsen, Cannabis hilft gegen Schmerzen. Eine halbe Seite ist dem Phänomen „Fatigue“ gewidmet. Dann die in schulmedizinischen Schriften obligatorische Warnung Krebsdiäten helfen nicht“, ausdrücklich erwähnt die Breuss-Kur, Gerson-Diät, Milchsäurediät nach Kuhl, Moermann-Diät und die Seeger-Diät. Von rein veganer Ernährung (kein Fleisch und kein Fisch, keine Milchprodukte und Eier) wird gleichfalls abgeraten. Zwei Spalten über „Die neuesten Präzisionswaffen“. Auf Seite 3 ein Beitrag „So finden Sie das richtige Krankenhaus“. Auf Seite 8 eine Vorstellung von „Top-Spezialisten für Brustkrebs“ mit Photos und Kontaktadressen. Genannt werden auch die mit Brustkrebs befassten Krebsgesellschaften, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Sekis Selbsthilfe Kontakt und Informationsstelle.
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Kritik. Eine gute Schrift. Informativ, aktuell, Vertrauen erweckend , hilfreich für Frauen, die im Erkrankungsfall die schulmedizinische Behandlung wählen. Vom Prostatakrebs der Männer herkommend schätze ich besonders die Individualität der Behandlungsmöglichkeiten und die zunächst noch zaghafte Öffnung gegenüber „komplementären“ Ergänzungstherapien. Das alles gibt es bei Prostatakrebs nicht, wo insbesondere den auf Leistung gesetzlicher Kassen angewiesenen Patienten bei fortgeschrittener Erkrankung eine fatale Enge der Behandlungsmöglichkeiten droht.
Man kann also nur Fundamentalkritik äußern.
Krebs ist eine Erkrankung, eine Entdifferenzierung der Zellen, verbunden mit ungebremsten Wachstum. Heilung sollte darin bestehen, das Krebswachstum zu stoppen und den Prozess der Zell-Entartung rückgängig zu machen. Das gelingt nur mit Hilfe des körpereigenen Immunsystems, welches „an sich“ defekte Zellen erkennen und unschädlich machen kann. Therapeutische Ansätze sind vorhanden, als Beispiele seien genannt der homöopathische Ansatz mit Amanita phalloides sowie die Tumor spezifische Immuntherapie des Dr. Klehr.
Die Problematik der Krebsfrüherkennung bleibt unerwähnt. Hierüber ist in diesem Forum an anderer Stelle diskutiert worden.
Auch die Möglichkeit einer genaueren zytopathologischen Untersuchung (DNA-Analyse) ist nicht erwähnt, denn ein Großteil der Krebse braucht gar nicht oder nicht sofort radikal behandelt zu werden.
Es ist ein Tabu, dass andere als radikale Krebstherapien nur „komplementär“, nicht jedoch „alternativ“ diskutiert werden dürfen. Dem gegenüber stehen jedoch Behandlungserfolge, wie Issels und Gerson mit Diät und Entgiftung erzielt haben.
Nebenwirkungen radikaler Therapien werden schöngeredet. Beispiel Chemotherapie: „Die meisten Nebenwirkungen einer Chemotherapie können heute verhindert oder gemildert werden“.
Beiträge beginnen fast immer mit Angst machenden Zahlen: „Jede zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs. Rund 57 000 Mal im Jahr stellen Ärzte in Deutschland die Diagnose ‚Mammakarzinom’, mehr als 17 000 Frauen sterben jährlich daran.“
Natürlich ist jeder Todesfall bedauerlich und verdient unser Mitgefühl. Aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Todesfälle sind das doch wenige, und man sollte auch nicht übersehen, dass diese Todesfälle im Regelfall nach radikalen Therapien erfolgten.
Yvonne Wussow war an Brustkrebs erkrankt. In ihrem Buch „Mit mir nicht! Diagnose Brustkrebs“setzt sie sich mit den ihr angetragenen radikalen Therapien auseinander. Sie lehnte diese ab, wählte alternative Behandlungen, konnte nur so ihren Herzenswunsch sich erfüllen: ein Kind. Sie schildert auch, wie ihre Mutter, ebenfalls an Brustkrebs erkrankt, nach radikaler Behandlung unter elendigen Umständen sterben musste. In ihrem Buch (über www.yvonnewussow.de (http://www.yvonnewussow.de)) findet sich auch eine Auflistung aller zur Zeit bekannten Möglichkeiten alternativer Therapien.
Berliner Kurier, Tageszeitung für Berlin und Brandenburg, Karl-Liebknecht-Straße 29, 10178 Berlin, Leser-Service: Tel. 030-232777.
Reinardo
Wer sich schon einmal durch einen der „blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe hindurchgequält hat, wird die Beilage zur Ausgabe vom 19. Januar 2010 des Berliner Kurier mit dem Titel „Brustkrebs Die große Chance auf Heilung“ als Kontrast und gute journalistische Leistung zu würdigen wissen. Beide Schriften sind sich in Tendenz und Inhalt nahe, unterscheiden sich aber in der Art und Weise, wie der Stoff vermittelt wird. Im „blauen Ratgeber“ über 115 Seiten eine dröge Beschreibung von allem, was eine Brustkrebs-Patientin über ihre Erkrankung wissen sollte und wissen darf. Im Kurier auf 8 bebilderten Seiten alles Wesentliche, mit wertvollen praktischen Hinweisen für den Fall der Diagnose. Den „blauen Ratgeber“ zu lesen habe ich 2 Tage gebraucht, und einiges beim ersten Mal nicht richtig verstanden. Die Kurier-Beilage hingegen liest man in 30 Minuten und man fühlt sich informiert. Es macht eben doch einen Unterschied, wenn eine Schrift von professionellen Textgestaltern verfasst ist.
Professorin Dr. Rita Schmutzler (Universitäten Bonn/Köln) listet die größten Risikofaktoren für Brustkrebs: Östrogene, Übergewicht, fette Ernährung, zu viel Alkohol, Vererbung, erhöhter Insulinspiegel. Alarmsignale. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden. Individuelle Therapien mit Nebenwirkungen. Ein Beitrag von Professor Dr. Josef Beuth über Zusatztherapien „Wie Misteln helfen können“, Selen, der Stoff der unsere Zellen schützt, Enzyme, die Tumoren bremsen, Cannabis hilft gegen Schmerzen. Eine halbe Seite ist dem Phänomen „Fatigue“ gewidmet. Dann die in schulmedizinischen Schriften obligatorische Warnung Krebsdiäten helfen nicht“, ausdrücklich erwähnt die Breuss-Kur, Gerson-Diät, Milchsäurediät nach Kuhl, Moermann-Diät und die Seeger-Diät. Von rein veganer Ernährung (kein Fleisch und kein Fisch, keine Milchprodukte und Eier) wird gleichfalls abgeraten. Zwei Spalten über „Die neuesten Präzisionswaffen“. Auf Seite 3 ein Beitrag „So finden Sie das richtige Krankenhaus“. Auf Seite 8 eine Vorstellung von „Top-Spezialisten für Brustkrebs“ mit Photos und Kontaktadressen. Genannt werden auch die mit Brustkrebs befassten Krebsgesellschaften, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Sekis Selbsthilfe Kontakt und Informationsstelle.
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Kritik. Eine gute Schrift. Informativ, aktuell, Vertrauen erweckend , hilfreich für Frauen, die im Erkrankungsfall die schulmedizinische Behandlung wählen. Vom Prostatakrebs der Männer herkommend schätze ich besonders die Individualität der Behandlungsmöglichkeiten und die zunächst noch zaghafte Öffnung gegenüber „komplementären“ Ergänzungstherapien. Das alles gibt es bei Prostatakrebs nicht, wo insbesondere den auf Leistung gesetzlicher Kassen angewiesenen Patienten bei fortgeschrittener Erkrankung eine fatale Enge der Behandlungsmöglichkeiten droht.
Man kann also nur Fundamentalkritik äußern.
Krebs ist eine Erkrankung, eine Entdifferenzierung der Zellen, verbunden mit ungebremsten Wachstum. Heilung sollte darin bestehen, das Krebswachstum zu stoppen und den Prozess der Zell-Entartung rückgängig zu machen. Das gelingt nur mit Hilfe des körpereigenen Immunsystems, welches „an sich“ defekte Zellen erkennen und unschädlich machen kann. Therapeutische Ansätze sind vorhanden, als Beispiele seien genannt der homöopathische Ansatz mit Amanita phalloides sowie die Tumor spezifische Immuntherapie des Dr. Klehr.
Die Problematik der Krebsfrüherkennung bleibt unerwähnt. Hierüber ist in diesem Forum an anderer Stelle diskutiert worden.
Auch die Möglichkeit einer genaueren zytopathologischen Untersuchung (DNA-Analyse) ist nicht erwähnt, denn ein Großteil der Krebse braucht gar nicht oder nicht sofort radikal behandelt zu werden.
Es ist ein Tabu, dass andere als radikale Krebstherapien nur „komplementär“, nicht jedoch „alternativ“ diskutiert werden dürfen. Dem gegenüber stehen jedoch Behandlungserfolge, wie Issels und Gerson mit Diät und Entgiftung erzielt haben.
Nebenwirkungen radikaler Therapien werden schöngeredet. Beispiel Chemotherapie: „Die meisten Nebenwirkungen einer Chemotherapie können heute verhindert oder gemildert werden“.
Beiträge beginnen fast immer mit Angst machenden Zahlen: „Jede zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs. Rund 57 000 Mal im Jahr stellen Ärzte in Deutschland die Diagnose ‚Mammakarzinom’, mehr als 17 000 Frauen sterben jährlich daran.“
Natürlich ist jeder Todesfall bedauerlich und verdient unser Mitgefühl. Aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Todesfälle sind das doch wenige, und man sollte auch nicht übersehen, dass diese Todesfälle im Regelfall nach radikalen Therapien erfolgten.
Yvonne Wussow war an Brustkrebs erkrankt. In ihrem Buch „Mit mir nicht! Diagnose Brustkrebs“setzt sie sich mit den ihr angetragenen radikalen Therapien auseinander. Sie lehnte diese ab, wählte alternative Behandlungen, konnte nur so ihren Herzenswunsch sich erfüllen: ein Kind. Sie schildert auch, wie ihre Mutter, ebenfalls an Brustkrebs erkrankt, nach radikaler Behandlung unter elendigen Umständen sterben musste. In ihrem Buch (über www.yvonnewussow.de (http://www.yvonnewussow.de)) findet sich auch eine Auflistung aller zur Zeit bekannten Möglichkeiten alternativer Therapien.
Berliner Kurier, Tageszeitung für Berlin und Brandenburg, Karl-Liebknecht-Straße 29, 10178 Berlin, Leser-Service: Tel. 030-232777.
Reinardo