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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prostatakrebs aussitzen?


Bergfix
11.04.09, 08:21
Zufällig in einem Forum gelesen:

Hallo, ich habe eine Frage. Mein Vater hat seit ca 2 Jahren Prostatakrebs und seit ca einem halben Jahr auch "metastasen" in der Schulter und auch in der Hüfte. Seit ca. einem halben Jahr hat er auch so starke Schmerzen in der Schulter, dass er den Schmerz in der Hüfte kaum noch merkt. Seit einer Woche sind die Schmerzen so schlimm, dass er nicht mehr schlafen kann. Er hat schon einmal 3 Ibuprofen 600 oder 800 nacheinander genommen. Das Problem ist, dass bei ihm die Schmerzen dadurch jedesmal stärker werden.

Der PK entwickelt sich meist langsam, weshalb die Diagnose nicht zwingend einen sofortigen Handlungsbedarf nach sich zieht. Eine Frage an unsere Prostatakenner: Ist es sinnvoll einen Prostatakrebs, der bereits deutlich streut, unbehandelt auszusitzen und auf Heilung zu warten – wie oben beschrieben? Wäre hier nicht sofortiger Handlungsbedarf angesagt?


Lieben Gruss
Sam

Hemi
11.04.09, 16:20
Hallo,
hier nur mal ein Teil der Geschichte meines Vater.
Er hatte Prostatakrebs in einem fortgeschrittenem Stadium mit mehrfachen Knochenmetastasen unter anderem in der Lendenwirbelsäule.

Es wurde bei ihm folgendermaßen vorgegangen:
Entfernung der Prostata und des Hodens und Chemotherapie.
Daraufhin explodierte der Krebs und er war 8 Wochen nach der OP Querschnittgelähmt, d. h. seine Wirbelsäule war im Bereich der Lendenwirbelsäule, nach Aussage seines Arztes, durchgebrochen.
Querschnittlähmung heißt leider nicht Schmerzfreiheit, sondern ganz im Gegenteil, er konnte seine Beine nicht mehr bewegen, aber die Schmerzen in den Beinen und in der Wirbelsäule waren unverändert, wenn nicht sogar noch stärker erhalten.

Bei diesen Schmerzen helfen leider keine Morphine, obwohl er sie bis zu einer Dosierung von 2.500mg/Tag bekam (MST oral).

Viel später konnte ich erst recherchieren, dass Cannabis:hanf01: in diesem Fall die einzige wirkungsvolle medikamentöse Hilfe gewesen wäre.

In diesem Fall würde ich mit meinem heutigen Wissen lieber für eine Bestrahlung des Knochens plädieren, aber dazu würde ich mich nochmals genau vergewissern ob diese Bestrahlung wirklich immer eine Schmerzreduktion bedeutet.

Eine Bestrahlung der Prostata auch mit sogenannten Seeds würde ich ablehnen, da es dafür Behandlungsmethoden mit weniger Folgeschäden gibt.

Wenn ich persönlich für eine Bestrahlung der Knochen eintrete, dann nur in einem Stadium, wo es wirklich keine andere Heilungs- oder Linderungsmöglichkeit mehr gibt und nur aus dem Grund um eventuell die Geh-Fähigkeit zu erhalten oder um die unsäglichen Schmerzen zu lindern, also dann, wenn das Todesurteil so zu sagen bereits fest steht.

Es war damals übrigens der Wunsch meines Vaters zu sterben, da die Ärzte zu diesem Zeitpunkt keine Heilungschancen mehr sahen.
Er hat dann allerdings noch 1 3/4 Jahre auf den erlösenden Tod warten müssen - gefesselt ans Bett und auf jegliche Hilfe angewiesen, verkümmert zu einem heroinsüchtigen, ...ähm morphiumsüchtigen kachetischen Menschen.

Als Betroffener würde ich heute zu jedem Strohhalm greifen (in der Situation meines Vaters), wie zum Beispiel Hyperthermie, Kohlblattauflagen, Mistel, Wobe Mugos E (Wobenzym N ???) Selen, Urkost, Neue Medizin, entsäuern, geistige Programmierung (Clemens Kuby), :hanf04:Cannabis:hanf02::top::top::top:, usw. und ich würde mir gedanken machen, wie ich dem Leiden selbst als Querschnittgelähmter ein endgültiges Ende setzen könnte.

Glücklicherweise ist mein Vater die absolute Ausnahme gewesen, ich habe bis jetzt noch keinen 2. Fall gefunden, bei dem es derart heftig verlief ( fast täglich 3 mal pro Nacht rufen des Notarztes und trotzdem keine Schmerlinderung).

Ich wünsche, dass dieses von keinem weiteren Betroffenen und Angehörigen jemals erlebent werden muß.

Reinardo
12.04.09, 20:43
Hallo:-
Es gibt Krankheiten, die man aussitzen kann, z.B. Grippe, und es gibt Krankheiten, die man nicht "aussitzen" kann und die unbehandelt zum Tod führen. Seltene Spontanheilungen und einige Varianten von Krebs, u.a. die sog. "Haustierkrebse" bei Prostatakrebs sind eine Ausnahme. Die Möglichkeiten der Therapie müssen dann am Einzelfall besprochen werden.
Gruß und allen Mitlesern wünsche ich frohe Ostertage. Reinardo