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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinerin Mühlhauser: Weniger Kontrolle ist besser


Andreas
07.04.09, 07:55
Die Kritik an den Vorsorgeuntersuchungen wird immer lauter. Nach dem Medizinstatistiker Hans-Hermann Dubben (http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/showthread.php?p=22391&highlight=dubben#post22391) meldet sich nun eine Medizinerin und Gesundheitsforscherin der Universität Hamburg zu Wort:
Medizinerin Mühlhauser: Weniger Kontrolle ist besser (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/945998/)

Cécile
07.04.09, 09:12
. . . die Gesundheitsforscherin Mühlhauser beschreibt hier ja nur die Situation der Fehldiagnosen, die den Noch-nicht-Patienten mit einer vermeintlichen Krebs-Diagnose konfrontieren und dadurch in Angst und Schrecken versetzen. Aber bei dem Grad an Falschinterpretationen von zB. bildgebenden Verfahren bleibt noch was ganz anderes völlig unberücksichtigt: wieviele Menschen gehen zu einer sogenannten Vorsorgeuntersuchung, um sicher zu sein dass nichts ist, haben dann das gewünschte Ergebnis - alles ist gut - und in Wirklichkeit ist etwas übersehen worden. Auch das gibt es.

Überhaupt ist es ein Skandal, dass in unserem hochtechnisierten Europa mit diesen tollen Standards so viele Mediziner nicht in der Lage sind, mit den Bildern, die ihre superteuren Geräte da ausspucken, umzugehen und sie richtig zu interpretieren. Ich frag mich echt für was wir da Geld bezahlen - als Patienten und als Steuerzahler, denn die Ausbildung dieser Superspezialisten wird ja durch uns gesponsert.

Übrigens stellt es mir jedesmal die Haare auf wenn ich das Wort Vorsorge in diesem Zusammenhang lese oder höre, es handelt sich bestenfalls um Früherkennung :gruebel:

LG
Britta

Hemi
07.04.09, 17:28
Hier eine mögliche Antwort, warum weniger Kontrolle besser sein 'könnte'.

Siehe hier im Lazarus (http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/showthread.php?p=14707#post14707)

Wir brauchen neue, „verbesserte" Daten, die aufzeigen, wie gefährlich Krebs ist, dass in wenigen Jahren jeder Zweite an Krebs sterben wird und vor allem, dass Krebs ab einem bestimmten Stadium unheilbar ist. Hierfür benötigen wir nur die üblichen Instrumente wie Buchautoren, unsere Hollywood-Connections und die normale Journalistenmaschinerie. Das Wichtigste dabei ist die Darstellung, dass Krebs sich in den nächsten Jahren geradezu epidemieartig ausbreiten wird. Das komplette Konzept liegt in diesem Ordner und kann in 2-3 Jahren in die Köpfe der meisten Menschen implantiert werden." Timothy hielt einen ziemlich dicken Aktenordner in seinen Händen mit exakten Vorschlägen, welche Autoren welche Bücher schreiben sollten, wie Krebs besser in Kinos und TV Filmen vermarktet gehört und über 100 komplette Artikel für verschiedene Yellow Press Magazine. „Das größere Problem wird sicherlich die Finanzierung der Forschung sein. Nicht, dass unsere Kunden wirklich viel Forschung betreiben müssen, es geht vielmehr darum, wie lassen wir den Kunden gleich zweimal bezahlen. Erstens für die Forschung und zweitens später auch noch für die Therapie. Dies geht nur mit Unterstützung der Regierungen und leider auch nur in den Ländern, in denen es möglich sein wird, dass unsere Auftraggeber Regierungen kaufen können. Also in fast allen wichtigen Absatzländern." Bei diesem Satz konnte sich Timothy ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen, konnte er doch bei seinem ersten Geschäft für seine neue Firma am eigenen Leib erleben, wie einfach sich Politiker kaufen lassen und dass es auch hier nur um Geld ging. „Hierfür benötigen wir den mächtigsten Mann der Welt, und das ist nun mal der amerikanische Präsident. Es wird aber nicht ausreichen, dass er nur verkündet, dass wir mehr in die Krebsforschung investieren müssen, nein, er muss den Menschen Hoffnung geben."
... usw
Dieses ist zwar nur ein 'Dokumentarroman', aber was wäre, wenn es Wirklichkeit wäre?
...siehe bei Interesse auch nachfolgende Texte.

Gruß Hemi