Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medien - Wachhund oder Schoßhund?
Wachhund oder Schoßhund?
Am 1.Januar 2009 trat eine weitere Verschärfung der Überwachungsgesetze inkraft. Seit Neujahr sind die Internet-Provider verpflichtet, alle Internetaktivitäten ihrer Kunden zu protokollieren und 6 Monate für staatliche Stellen vorzuhalten, das BKA-Gesetz schränkt das Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten, Anwälte und Ärzte ein. Keines der großen deutschen Magazine ist dies eine Story wert. Beim Spiegel liegt der Käfer auf dem Rücken und im Focus freut man sich auf 2009 und weiß zu berichten, dass “ein Kapuzinermönch Oralsex predigt”. Offenbar ist das Thema nur für Blogger und “heise-online” (http://www.heise.de/newsticker/25C3-Hacker-demonstrieren-gegen-die-Vorratsdatenspeicherung--/meldung/121016) interessant. Vor 30 Jahren war der Spiegel noch bissiger - zum aktuellen Thema gab es nur auf Spiegel-Online ein Interview (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,517575,00.html)mit der FDP-Politikerin Leuttheusser-Schnarrenberger. “Die Zeitung und ihre Online-Ableger haben sich offenbar endgültig vom “Wachhund der Demokratie” zum hysterisch kläffenden Chuhuahua entwickelt, der am liebsten bei Paris Hilton auf den Schoss sitzt.” Dieses nette Zitat fanden wir im Blog von Don Dahlmann (http://don.antville.org/stories/1853981/).
http://www.berliner-journalisten.com/blog/?s=scho%C3%9Fhund
Pharmaindustrie: Rekordstrafen und Raffgier sind dem SPIEGEL keine Meldung wert -
Erfolgsmeldungen der Konzerne dagegen schon...
17. Februar 2009, von T. Engelbrecht
“Der medizinische Berufsstand ist von der Pharmaindustrie gekauft – in Bezug auf Praxis, Lehre und Forschung.”
Arnold Relman (http://www.torstenengelbrecht.com/artikel_medien/message_Angell_deutsch.pdf), Harvard-Professor und Ex-Chef des NEJM (http://content.nejm.org/)
Wissen SPIEGEL-Leser wirklich mehr? Wenn es um skandalöses Verhalten von Pharmariesen geht, offenbar nicht. So wurde vor kurzem bekannt, dass sich Top-Manager des US-Konzerns Eli Lilly für 2008 mal so eben knapp 50 Mio. $ (= knapp 40 Mio. €) an Erfolgsprämien gegönnt haben (http://www.fiercepharma.com/story/lilly-execs-pull-down-48m/2009-02-11), obwohl im selben Geschäftsjahr einen Verlust von 2 Mrd. $ eingefahren wurde. Doch weder für den SPIEGEL noch SPIEGEL Online war dies berichtenswert. Dasselbe gilt für die Nachricht, dass sich Eli Lilly nach jahrelangen Auseinandersetzungen wegen illegaler Vermarktungsmethoden für das Schizophrenie-Mittel Zyprexa im Januar bereit erklärt hatte, eine Strafe von 1,4 Mrd. $ zu zahlen (die Suchbegriffe “Eli Lilly” und “Zyprexa” ergeben bei SPIEGEL Online keinen entprechenden Treffer, und auch eine Suche bei Google mit “der spiegel eli lilly zyprexa” bleibt erfolglos).
...So kündigte, wie etwa das Handelsblatt Anfang Februar meldete (http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/boerse-nachrichten.html?sym=PFE.NYS&docid=2170527), der britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline zusätzliche Belastungen von rund 400 Mio. $ im Zusammenhang mit Ermittlungen der US-Behörden wegen unerlaubter Vertriebsmethoden an. Branchenführer Pfizer hatte wenige Tage zuvor sogar die Rückstellung von 2,3 Mrd. $ für entsprechende Verfahren bekanntgegeben. Darüber erfährt man vom SPIEGEL aber offenbar auch nichts.
...Was zählt, ist konsequente mediale Aufklärung darüber, wie wenig sich die Pharmariesen um unsere Gesundheit scheren
Dabei hat Eli Lilly mit Hilfe von Tausenden Vertriebsakteuren jahrelang Ärzte dazu ermuntert, Zyprexa Pflegekindern, Patienten mit Schlafstörungen und Menschen in Altersheimen zu verschreiben - also Gruppen, für die das Medikament gar nicht zugelassen und für die die Einnahme extrem riskant war.
(http://www.spiegelblog.info/rekordstrafen-fur-pharma-riesen-sind-dem-spiegel-keine-meldung-wert-erfolgsmeldungen-schon.html#more-939)
mehr » (http://www.spiegelblog.info/rekordstrafen-fur-pharma-riesen-sind-dem-spiegel-keine-meldung-wert-erfolgsmeldungen-schon.html#more-939)
Der SPIEGEL erzählt die Unwahrheit über die Behandlung von verstopften Herzkranzgefäßen (http://www.spiegelblog.info/der-spiegel-erzahlt-die-unwahrheit-uber-die-behandlung-von-verstopften-herzkranzgefasen.html)
06. Februar 2009, von T. Engelbrecht
Anfang des Jahres erschien im SPIEGEL ein Beitrag mit der Schlagzeile “Klempnerei am Herzen” (http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=63344812&aref=image039/2009/01/03/ROSP200900201100112.PDF&thumb=false) (siehe Ausriss), der auf den ersten Blick durchaus kritisch erscheint. http://www.spiegelblog.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/klempnerei-am-herzen1-300x299.jpg (http://www.spiegelblog.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/klempnerei-am-herzen1.jpg)Darin wird darüber berichtet, dass im Kampf gegen den Herzinfarkt bzw. gegen verstopfte Herzkranzgefäße der klassische Bypass häufig die bessere Alternative sei zu so genannten Stents, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Herzmedizin regelrecht erobert haben. Der Unterschied: Bei einem Bypass kommt es zu einer richtigen Operation am Herzen mit dem Ziel, stark verengte oder komplett verschlossene Herzkranzgefäße zu überbrücken. Stents hingegen stellen kleine Gitterröhrchen dar, mit denen verstopfte Gefäße von innen heraus offen gehalten werden und die endoskopisch, also auf minimal-invasivem Weg eingesetzt werden.
Eine Therapie nur mit Sport und Medikamenten, die der SPIEGEL unerwähnt lässt, ist Stents und Bypässen sogar oft überlegen
Doch bei näherer Betrachtung erzählt der Beitrag nur die halbe Wahrheit, um nicht zu sagen die Unwahrheit. Denn in dem Artikel wird fälschlicherweise behauptet, dass es vor dem Aufkommen der Stents Ende der 80-er Jahre “für verstopfte Herzkranzgefäße nur eine Lösung gab: Die Engstelle wurde chirurgisch überbrückt — mit einem Bypass.” Doch das ist falsch, denn schon damals gab es sehr wohl eine dritte medizinische Variante, um auf verstopfte Herzgefäße therapeutisch zu reagieren, nämlich die so genannte konservative Methode, die auf sportliche Betätigung und Medikamentengaben setzt und dabei auf einen operativen Eingriff verzichtet.
Dass der SPIEGEL-Artikel diese Methode unerwähnt lässt, wiegt umso schwerer, wenn man bedenkt, dass einschlägige Studien belegen, dass diese konservative Methode Ergebnisse liefert, die genau so gut oder gar besser sind als diejenigen, die mit der Verpflanzung von Stents und auch der Verlegung eines Bypasses erzielt werden.
http://www.spiegelblog.info/
EX-SURVIVOR
05.08.10, 15:50
Die letzten 4 Postings wären hier vielleicht besser aufgehoben?
http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/showthread.php?t=1703&highlight=Strophantin
Liebe Grüsse
Steffi:yingyang:
Danke Steffi,
ich habe die Beiträge nach Heilmethoden (http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/forumdisplay.php?f=40) > Pool für alternative Behandlungsmethoden (http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/forumdisplay.php?f=87)
Eine Welt ohne Herzinfarkt durch Strophantin (http://www.krebsforum-lazarus.ch/forum/showthread.php?t=1703&page=2)
verschoben.
Gruß Hemi
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